2026 ist das Wendejahr für Firmenwagen in Belgien. Die seit 2023 schrittweise eingeführte Steuerreform erreicht ihren Höhepunkt: Verbrennungsfahrzeuge, die ab 2026 bestellt werden, sind nicht mehr absetzbar. Dieser Leitfaden erläutert die neuen Regeln, die Berechnung des geldwerten Vorteils (GWV) und was das konkret für Ihre Gesellschaft bedeutet.
1. Absetzbarkeit der Firmenwagenkosten für Gesellschaften 2026
| Fahrzeug | Vor 2026 bestellt | In 2026 oder später bestellt |
|---|---|---|
| Elektro (BEV) | 100 % | 100 % (bis 2026), dann degressiv |
| PHEV vor Jul. 2023 bestellt | Übergangsregelung | 0 % |
| PHEV Jul. 2023 – Dez. 2025 | Max. 50 % oder nach CO₂ | 0 % |
| Verbrenner vor 2023 bestellt | Nach CO₂-Formel | — |
| Verbrenner 2023–2025 | Degressiv bis 0 % | 0 % |
| Verbrenner ab 2026 | — | 0 % |
2. Geldwerter Vorteil (GWV): Berechnung 2026
Wenn ein Mitarbeiter oder Geschäftsführer einen Firmenwagen privat nutzt, wird dieser Vorteil als Einkommen besteuert. Der GWV wird wie folgt berechnet:
Der CO₂-Satz 2026
Der CO₂-Satz variiert von 5,5 % (Nullemissionsfahrzeug) bis maximal 18 %, abhängig von den Emissionen gegenüber den Referenzwerten 2026:
- Referenzwert Benzin / LPG / Erdgas: 70 g CO₂/km
- Referenzwert Diesel: 58 g CO₂/km
- Elektro (0 g CO₂): Mindestsatz von 4 %
Diese Referenzwerte werden jährlich gesenkt, was den GWV für Verbrenner von Jahr zu Jahr mechanisch ansteigen lässt.
Der Altersfaktor
| Fahrzeugalter | Faktor |
|---|---|
| 0–12 Monate (neu) | 1,00 |
| 13–24 Monate | 0,94 |
| 25–36 Monate | 0,88 |
| 37–48 Monate | 0,82 |
| 49–60 Monate | 0,76 |
| Mehr als 60 Monate | 0,70 |
GWV-Minimum 2026
Ein jährlicher Mindest-GWV von ~1.690 € gilt 2026, unabhängig vom Fahrzeug, auch für Elektrofahrzeuge. Dieser Betrag wird jährlich indexiert.
Berechnungsbeispiel GWV
Elektrofahrzeug, Katalogwert 45.000 €, neu (Faktor 1,00), CO₂-Satz 4 %:
→ Aber Mindest-GWV = 1.690 €/Jahr → Angesetzter GWV: 1.690 €/Jahr
3. Die CO₂-Solidaritätsbeiträge des Arbeitgebers
Zusätzlich zum GWV zahlt der Arbeitgeber einen monatlichen CO₂-Beitrag pro Firmenwagen. 2026 steigt der Multiplikator auf 4× (gegenüber 2,75 in 2025), was die Kosten für Verbrennungsfahrzeuge erheblich erhöht.
| Antrieb | Monatlicher CO₂-Beitrag (Bsp. 120 g) | Multiplikator 2026 |
|---|---|---|
| Elektro (0 g) | ~27 € (fester Mindestsatz) | 4× |
| Benzin (120 g) | ~180–250 € | 4× |
| Diesel (120 g) | ~200–280 € | 4× |
4. Konkrete Auswirkungen auf den TCO einer Gesellschaft
Nehmen wir einen Geschäftsführer, der ein Fahrzeug zu 60 % beruflich nutzt, Katalogwert 45.000 €, 2026 bestellt:
| Kostenposition | Verbrenner (0 % absetzbar) | Elektro (100 % absetzbar) |
|---|---|---|
| Jährliche Bruttokosten (Abschr. + Kosten) | 12.000 € | 13.000 € |
| Absetzbarkeit | 0 % | 100 % |
| Körperschaftsteuerersparnis (25 %) | 0 € | 3.250 € |
| GWV jährlich (steuerpflichtig) | ~3.500 € (Verbrenner) | ~1.690 € (Minimum) |
| CO₂-Beitrag jährlich | ~2.400 € | ~324 € |
| Netto-Gesamtkosten (Gesellschaft + Geschäftsführer) | ~17.400 € | ~11.400 € |
5. Was tun, wenn Sie bereits einen Verbrenner haben?
- Vor 2023 bestellt: Die aktuellen Regeln gelten bis Vertragsende
- 2023–2025 bestellt: Degressive Absetzbarkeit (75 % → 50 % → 25 % → 0 %)
- Keinen Verbrenner 2026 erneuern: Sofortiger Verlust jeglicher Absetzbarkeit
- Frühzeitige Umstellung auf Elektro erwägen, um den Höchstsatz der Absetzbarkeit nicht zu verpassen
Fazit
Für eine belgische Gesellschaft läutet 2026 das effektive Ende des Verbrenner-Firmenwagens als Steuerinstrument ein. Die TCO-Differenz zwischen Verbrenner und Elektro, kombiniert mit dem CO₂-Beitrag × 4 und der Nullabsetzbarkeit, macht Elektro für jedes neue Fahrzeug wirtschaftlich unvermeidlich.
